Christine Aschenberg-Dugnus zu Gast in Bad Krozingen

Besuch erhielt der FDP Stadtverband Bad Krozingen aus dem hohen Norden. Frau Christine Aschenberg-Dugnus, Bundestagskandidatin und Mitglied des Bundesfachausschusses Gesundheit verschaffte sich mit dem Bundestagskandidaten der FDP für den Wahlkreis Lörrach-Müllheim, Dr. Christoph Hoffmann, in unserer Kurstadt einen Überblick bei der Kur und Bäder GmbH (KBG) und der Theresienklinik.

Rolf Rubsamen, Geschäftsführer der KBG, legte die zunehmenden hohen bürokratischen Hürden dar, mit denen er zu kämpfen habe.  Zum Beispiel dürfe Aqua-Cycling nicht als eine Therapieform angeboten und mit der Krankenkasse abgerechnet werden. Eine Einrichtung wie die „Vita Classica“ müsse außerdem eine ärztliche und psychologische Begleitung beim Cycling sichern. „Man hat den Eindruck, dass alles was einem Menschen Freude bereitet und zudem die Gesundheit fördert nicht angeboten wird“, so Rubsamen. Gesundheit soll nichts kosten.

2/3 aller Übernachtungen in Bad Krozingen hängen mit der Rehabilitation zusammen. Dabei sei die Budget-Deckelung seitens der Kassen nicht hilfreich. „Reha muss wieder für alle, die es brauchen möglich sein“, so Aschenberg-Dugnus.

Dr. Christoph Hoffmann, sprach das Problem der Badeärzte an. Diese Tätigkeit rechnet sich für die Ärzte nicht mehr. Daher wollten immer weniger Mediziner in diesem Fachgebiet arbeiten. Um überhaupt noch Badeärzte zu haben, eine Voraussetzung für den Heilbadstatus eines Ortes, müsse auch die ambulante Arbeit für Badeärzte der Kliniken ermöglicht werden.

Die kaufmännische Direktorin der Theresienklinik, Frau Susanne Hierholzer, sprach die Schwierigkeiten in der medizinischen Reha an. Hier fehle eine echte Leistungsvergütung. Die Pauschalen seien nicht ausreichend, so Hierholzer.  Kritisiert wurde auch das Entlassmanagement. Immer wieder komme es vor, dass Patienten noch vor einem operativen Eingriff in einer Reha-Klinik angemeldet werden. Somit müssten Betten freigehalten werden, auch wenn die OP verschoben werde oder Komplikationen eingetreten seien, die einen längeren Aufenthalt in der Akutklinik notwendig machen. Dies führe zu Belegungsrückständen und natürlich zu Unterfinanzierungen. Das andere Problem sei, dass die freien oder kommunalen Reha-Kliniken immer wieder Patienten zugewiesen bekämen, die noch gar nicht Reha-fähig seien.

Deutsches Pflegepersonal wandere verstärkt in die Schweiz zum Arbeiten ab. Ein Grund dafür ist, dass die Vergütung nicht dem Einsatz entspreche, der Wert dieser wichtigen Arbeit von der Gesellschaft zu wenig geschätzt werde und die Dokumentationspflichten von der Arbeit am Menschen abhalte.

Probleme ergäben sich durch die unterschiedlichen Akteure und Kassen in der Rehabilitation. In diesem Bereich müsse man neue Wege gehen: eine Überarbeitung der SGB zu einem einzigen Träger für den Bereich der Rehabilitation, statt bisher Kranken- oder Renten- oder Pflegekasse. „Der Patient muss im Mittelpunkt stehen und nicht die Abrechnung“, so Christine Aschenberg-Dugnus.

Die Gesundheitsexpertin fordert ein langfristiges Denken in der Gesundheitswirtschaft. Somit muss der Prävention hinsichtlich der demographischen Entwicklung ein größerer Stellenwert eingeräumt werden und die Grundversorgung ohne Budgetierung sichergestellt werden. Im Sinne der Patientenorientierung sei die Transparenz der Leistungen der Sozialversicherungsträger einzufordern. Ziel ist eine deutliche Prozessoptimierung bei der Beantragung und Entscheidungsfindung in der medizinischen Rehabilitation, bekräftigte Dr. Christoph Hoffmann.

Frank Martin

FDP-Stadtverband Bad Krozingen

www.freie-demokraten-bad-krozingen.de

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